Betriebliches Gesundheitsmanagement: Mitarbeiter-Gesundheit im Fokus

Nur gesunde Mitarbeiter können Unternehmen ihre volle Leistungsfähigkeit zur Verfügung stellen. So einleuchtend diese These auch scheint: Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), das die Mitarbeiter-Gesundheit in den Fokus rückt und verbessert, ist längst nicht in allen Unternehmen Realität. In Nordrhein-Westfalen bieten beispielsweise nur sechs von zehn Unternehmen (Studie der pronovaBKK) ein BGM an – und verschenken dabei Potentiale, wie die Krankenkasse weiter ausführt: Neun von zehn Mitarbeitern nutzen gesundheitliche Förderung, wenn das Angebot besteht.

Profitieren von Mitarbeitern, die sich wohl fühlen

Unter den Begriff Betriebliches Gesundheitsmanagement werden alle Angebote und Maßnahmen eines Unternehmens zusammengefasst, die die Gesundheit der Mitarbeiter thematisieren und fördern. Das Spektrum reicht dabei von der ergonomischen PC-Mouse bis zu Kursen zur besseren Stressbewältigung, von frischem Obst bis zu Betriebssport. Es deckt die Wiedereingliederung nach längerer Krankheit (Betriebliches Eingliederungsmanagement) genauso ab wie den Arbeitsschutz. BGM, belegen Studien mittlerweile sehr eindrucksvoll, steigert Motivation, Produktivität und die Qualität der Arbeitsergebnisse, stärkt die Bindung zum Arbeitgeber und die Unternehmenskultur, senkt Fehlzeiten und Kosten.

Steuerliche Freibeträge nutzen

Der Gesetzgeber hat Unternehmern finanzielle Spielräume geschaffen, um ihnen einen Anreiz zu geben, in die Gesundheit der Mitarbeiter zu investieren. 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter, so sieht es § 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes vor, können steuerlich geltend gemacht werden. Die gewählten Maßnahmen müssen dabei jedoch den Anforderungen nach §20/20a Sozialgesetzbuch V entsprechen; so fällt darunter beispielsweise nicht die Übernahme von Beiträgen von Sportverein oder Fitnessstudio.  Beachten müssen Unternehmer außerdem, dass die Leistungen zusätzlich zum regulären Arbeitslohn aufgewendet werden müssen und nicht in Gehalt umgewandelt werden dürfen.

Krankenkassen unterstützen bei der Angebotsgestaltung

Auch die Krankenkassen bieten die Möglichkeit, Unternehmen in ihrem Engagement im BGM zu unterstützen. Es lohnt sich, das direkte Gespräch mit den Kassen zu suchen, denn die (finanziellen) Leistungen und Angebote fallen in der Regel ganz unterschiedlich aus. Sie sind übrigens auch helfender Ansprechpartner, wenn Sie als Unternehmer Fragen rund um die generelle Einführung wie auch die inhaltlich sinnvolle Ausgestaltung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements haben.

Akzeptanz beginnt in der Führungsetage

Wie immer, wenn sich Veränderungen ankündigen, werden Sie bei Ihren Mitarbeitern unausweichlich auf unterschiedliche Resonanz stoßen. Die Reaktionen werden von Begeisterung bis Skepsis oder im schlimmsten Fall Ablehnung reichen. Ihr Ziel muss es nun sein, eine höchstmögliche Akzeptanz zu schaffen. Dazu gehört auch, dass Sie selbst und Ihre Führungskräfte sich aktiv am BGM beteiligen und aufrichtiges (!) Interesse zeigen. Und: Richten Sie die Angebote soweit wie möglich an den individuellen Bedürfnissen aus. Diktieren Sie nicht von oben: Analysieren Sie stattdessen, welche Wünsche im Team vorhanden sind und beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in die Ausgestaltung ein.

Studien untermauern effektiven Nutzen eines BGM

Ohne Frage: Ich bin gerne bereit, meine MItarbeiter gesundheitlich zu fördern. Aber in nüchternen Zahlen gedacht: Lohnt sich der – letztendlich auch finanzielle – “Aufwand” für mein Unternehmen? Die Initiative Gesundheit und Arbeit (IGA) hat Daten aus mehr als 2.400 Studien analysiert und rechnet ein positives Ergebnis vor: Krankheitsbedingte Fehlzeiten sinken nach der Einführung im Durchschnitt um 26 Prozent. Dadurch sparen Arbeitgeber im Ergebnis 2,70 Euro für jeden Euro, den sie in das BGM investiert haben (Return of Investment).

Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement stärkt Ihre Arbeitgebermarke

Tun Sie Ihren Mitarbeitern mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement etwas Gutes – und sich selbst beziehungsweise Ihrem Unternehmen gleich mit. Neben der Senkung von Lohnfortzahlungskosten und mehr Produktivität ist hier ein weiteres und nicht zu unterschätzendes Stichwort das Employer Branding. Im Wettbewerb um personelle Ressourcen ist ein ausgereiftes BGM ein echter Mehrwert, der Ihr Unternehmen als Arbeitgeber weiter nach vorn bringen kann. Vergessen Sie deswegen auch nicht, auf dieses Plus für Ihre Mitarbeiter hinzuweisen. Auf Ihrer Webpräsenz genauso wenig wie natürlich in Stellenanzeigen oder Unternehmensprofilen.