Präsentation? Gern – aber wie?

Sie verdeutlichen Zusammenhänge, bieten Orientierung, funktionieren als komprimierte Informationsquelle: Präsentationen, ob Powerpoint, Keynote oder oder, sind aus dem Alltag vieler Firmen nicht mehr wegzudenken. Obwohl sie quasi zum guten Ton gehören, gibt es unheimliche Qualitätsunterschiede. Wie also gestaltet sich der Weg zur gelungenen Unternehmenspräsentation?

Zwischen nicht wegzudenken und überholt

Um es vorweg zu nehmen: Die Geister scheiden sich, ob die klassische Präsentation aus Bulletpoints, Grafiken und Textelementen heute noch up to date ist. Es gibt Studien zu dem Thema, die ihre Daseinsberechtigung klar verneinen: Die Aufmerksamkeit des Zuhörers werde weg vom Vortragenden hin zu den projizierten Bildern gelenkt, und inhaltlich hängen bleibe dabei auch eher wenig. Andere schwören nach wie vor darauf. Insbesondere für Unternehmensdarstellungen oder Investoren-Pitch-Decks gehört eine ansprechende Präsentation oft zum Mittel der Wahl, um Aussagen und Anliegen für den Gegenüber auf den Punkt zu bringen.

Reduzieren Sie die Präsentation auf das Essentielle

Letzteres sollten Sie dabei wortwörtlich nehmen: Überlegen Sie sich genau, welche Kernaussagen Sie in Ihrer Präsentation treffen wollen und lassen Sie alles andere konsequent weg! Das erfordert sicherlich Überwindung und auch ein wenig Mut – aber Ihre Zuhörer werden es Ihnen danken. Kein Mensch wird gern mit überfüllten Folien konfrontiert, auf denen die Schriftgröße gegen 15 Pt tendiert, um überhaupt alles unterbringen zu können.

Investieren Sie Zeit für den richtigen Inhalt

Überhaupt lebt ein gelungener Vortrag von seiner Struktur. Bevor Sie sich auf die grafische Umsetzung konzentrieren, sollten Sie Zeit investieren, um sich einen roten Faden für Ihre Präsentation zu überlegen. Achten Sie dabei darauf, dass die einzelnen Bestandteile logisch aufeinander aufbauen: Nehmen Sie Ihre Zuhörer auf dem Weg durch Ihr Thema buchstäblich an die Hand. Beginnen Sie mit dem Problem, der Skizzierung der Ist-Situation. Zeigen Sie Ihren Lösungsweg und vergessen Sie vor allem nicht, deutlich zu machen, wofür Sie und das Unternehmen stehen, was Sie machen und warum Ihre Antwort die beste ist. Wichtig, insbesondere für Investoren: Wie sieht Ihre Vision aus? Jede Folie sollte dabei für sich sprechen ohne jedoch in einer Flut an Informationen aufzugehen.

Weil weniger mehr ist

Auch wenn Sie mit Ihrem Produkt das Potential haben, den Markt nachhaltig zu verändern: Kompliziert wollen Ihre Kunden nicht. Sie können zu Recht Stolz darauf sein, eine harte Nuss geknackt zu haben – interessierte Kunden legen ihren Fokus allerdings eher darauf, ob die Lösung für sie persönlich einfach zu handhaben und kompatibel ist und ihren Alltag erleichtert. Verständlichkeit geht vor. Verzichten Sie daher auch auf ausschweifende Grafiken, um die ganze Komplexität darzustellen. Das schreckt eher ab und lenkt den Blick weg von der genialen Idee, auf die Ihre Kunden in ihrem eigenen Sinne keinesfalls verzichten sollten.

Design kann überzeugen – oder auch nicht

Zurückhaltung sollten Sie auch in puncto Design beherzigen. Für den Wiedererkennungswert sollte sich unbedingt das Corporate Design Ihres Unternehmens in der Präsentation wiederfinden – Logo, Schriften, Farben … Aber: Gönnen Sie den Augen der Betrachter Ruhe! Ertragen Sie Weiß auf Ihren Folien! Sie müssen nicht jeden Quadratzentimeter füllen (gilt übrigens auch für die Gestaltung von Anzeigen et cetera). Das lenkt von den Kernaussagen ab, ist anstrengend zu verarbeiten und verwirrt im schlimmsten Fall mehr als dass etwas unterstreicht. Setzen Sie stattdessen wohldosierte Akzente: Verwenden Sie aussagekräftige Icons; widmen Sie den besonders hervorzuhebenden „Botschaften“ einfach mal eine eigene Folie; reduzieren Sie Pfeile, die wild und kunterbunt in alle Himmelsrichtungen zeigen.

Das Bild im Fokus

Besondere Aufmerksamkeit sollte in diesem Kontext Fotos zu teil werden. Ein tolles, großformatiges Foto kann den Inhalt unterstreichen – oder komplett konterkarieren. Top-Fehlerquellen liegen an dieser Stelle in der Wahl des Motivs, der Bildsprache und seiner emotionalen Aussage. Wählen Sie deswegen insbesondere auch Stock-Fotos mit Bedacht aus.  Ein Unternehmen, das bodenständig im Handwerk zuhause ist, wirkt wenig authentisch, wenn lauter Anzugträger die Mitarbeiterfolie zieren … Zeigen Sie ruhig, was Sie haben: Ihre Mitarbeiter. Echte Menschen, die mit ihrer Arbeit dazu beigetragen haben, ein rundes Produkt auf den Markt zu bringen. Ein nicht zu unterschätzendes Instrument auch für die Arbeitgeber-Markenbildung.

Die perfekte Unternehmenspräsentation …

… muss also verschiedenen Anforderungen gerecht werden: Sie muss zu Ihnen und Ihrem Betrieb passen, strukturierte Inhalte liefern, aber eben auch zur Zielgruppe passen. Wenn schon Präsentation, dann machen Sie es richtig! Es lohnt sich, einige Basisfolien zu besitzen, den Rest jedoch von Anwendungsfall zu Anwendungsfall individuell zu entwickeln. Überzeugender können Sie Ihrem Gegenüber kaum begegnen, als dass er erkennt, dass Sie sich intensiv mit ihm und seinem Problem auseinandergesetzt haben und diesen Aspekten in Ihrer Präsentation die volle Aufmerksamkeit widmen!