Limbic-Ansatz als Vorreiter im modernen Neuromarketing

Macht derjenige, der das “lauteste” Marketing macht, auch den besten Umsatz? Und auch wenn meine Kampagne Aussehen erregt – bleibt sie in Erinnerung? Hirnforscher sagen Nein, nicht zwangsläufig. Denn so bewusst wie wir eine Entscheidung auch treffen wollen – unser Gehirn nimmt uns zwischen 70 und 80 Prozent bereits vorher unbewusst ab. Neuromarketingler spiegeln diese Erkenntnisse in ihren Konzepten wieder. Eine Vorreiterrolle nimmt hier sicherlich der Limbic-Ansatz von Dr. Hans-Georg Häusel ein.

Emotionen beeinflussen vermeintlich rationale Entscheidungen

“Viele Prozesse im Gehirn laufen unbewusst ab”, hat John-Dylan Haynes vom Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience in Berlin dem Magazin Spektrum gesagt. “Wir wären sonst schon mit alltäglichen Aufgaben der Sinneswahrnehmung und Bewegungskoordination völlig überfordert.” Daraus lässt sich folgern, dass alle unsere Entscheidungen und Handlungen von unserem Unterbewusstsein dominiert und damit auch vorgegeben werden. Das Unbewusste und Emotionale lässt das Rationale zur Nebensache werden.

Blick in unseren Kopf – das limbische System

Unsere Emotionen werden im Gehirn durch sogenannte limbische System gesteuert. Es sorgt dafür, dass Emotionen erlernt und verarbeitet werden, ist unter anderem aber auch für die Ausschüttung von Glückshormonen verantwortlich und erbringt intellektuelle Leistungen. Ein eintöniges, reizarmes Leben lässt das limbische System daher nicht nur buchstäblich verkümmern. Unser emotionales Verhalten leidet, und eigentlich glücklich machende Botenstoffe versanden in den Synapsen des Gehirns bevor sie unseren Körper positiv beeinflussen können.

BIG 3, Limbic®Types und Limbic®Map

Dr. Häusel hat in seinem Neuromarketing-Konzept die im limbischen System verankerten Emotionssysteme in drei Bereiche kategorisiert, die BIG 3: Stimulanz, Dominanz und Balance. Die Ausprägung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und zeichnet seine Persönlichkeit aus. Der Forscher hat daraus sieben Limbic®Types definiert, die die unterschiedlichen Kombinationen der BIG 3-Ausprägungen greifbarer machen sollen: Abenteuer, Performer, Disziplinierte, Traditionalisten, Harmoniser, Offene und Hedonisten. In der Limbic®Map werden schließlich die Emotionen des Menschen in diese Systematik eingeordnet. So werden etwa Vertrauen und Geborgenheit dem Emotionsraum Balance zugeordnet, während Macht und Elite unter Dominanz fallen und Kreativität und Spaß unter Stimulanz ihren Platz finden. Diese Kategorisierungen werden letztendlich nach den Erkenntnissen der Farbpsychologie verschiedenen Farben zugeordnet.

Limbic in der Praxis

Farben, Emotionen, Charaktere: Dr. Hans-Georg-Häusel gibt mit seinem Limbic-Konzept einen Ansatz vor, die Entscheidung unserer Kunden von ihnen unbemerkt in Richtung unserer Unternehmen und Produkte zu lenken. Unbewusst können wir durch Sprache, Wertversprechen und Design die Aussage unserer Marke stärken – oder eben auch schwächen, in dem wir die falschen Bereiche des Emotionssystems ansprechen. Auch wenn der Neuromarketingexperte mit dem Limbic-Konzept einen relativ einfach aufgreifbaren Ansatz liefert: Ohne eine Analyse, wer unsere Kunden sind, wie unsere Zielgruppe(n) aussieht und wie sie eigentlich “tickt”, verliert Limbic seine Macht. Nur wenn wir uns darüber bewusst sind, wen wir in Persona ansprechen wollen, bringt uns Dr. Häusels Methodik weiter. Und noch eines macht sie ganz deutlich: Das eine Marketing für alle Zielgruppe gibt es nicht. Sie werden nicht drumherum kommen, Ihren Marketingmix auf jede Ihrer Zielgruppen individuell abzustimmen.