Management – Unternehmen brauchen eine Vision

Die Auftragslage ist gut, die Gewinnprognose lässt Management wie Mitarbeiter lächeln, und auch für das kommende Jahr haben sich bereits einige große Projekte angekündigt. Zufriedenheit in allen Bereichen – aber wie soll es eigentlich langfristig, also in einigen Jahren, im Unternehmen aussehen? Es ist keine hypothetische Fragen mit Platz für Tagträumerei, denn: Nur wer ein klares Bild von dieser Vision hat, kann sein Unternehmen – unter Berücksichtigung der wechselnden Anforderungen, aber immer mit dem übergeordneten Ziel vor Augen – kontinuierlich nach vorne entwickeln.

Wo soll das Unternehmen in fünf Jahren stehen?

Der Begriff Vision zeigt sich mitunter reichlich strapaziert, steht oft für das wenig Greifbare,  die übergeordnete Meta-Ebene – dabei brauchen gerade Unternehmen eine Vision, um für Management, Mitarbeiter und Kunden eine Vorstellung davon zu schaffen, wo die Reise hingehen soll. Die Vision kennzeichnet allerdings weniger konkrete Ziele, denn eine Antwort auf die Frage, wo das Unternehmen in fünf Jahren stehen soll. Der Unternehmer Boris Thomas hat in unserem Podcast einmal von einem Fixstern gesprochen, den man bei allen Entscheidungen und strategischen Überlegungen vor Augen haben sollte.

Eine Vision ist kein Poster an der Wand

Oft wird versucht, eine Vision von oben zu diktieren, oder aber es werden Kommunikations- und Strategieprofis damit beauftragt, eine Unternehmensvision zu entwerfen. Diejenigen, die diesen Weg gegangen sind, werden es unterschreiben können: Es funktioniert nicht. Eine Vision ist kein Poster an der Wand, sie lebt vielmehr von der ganzheitlichen Betrachtung eines Unternehmens aus dem Inneren heraus. Sie vereint neben der strategischen Ausrichtung auch Werte und Ziele, die ein Unternehmen verfolgt.

Gemeinsame Entwicklung für ein gemeinsames Bild

Eine gemeinsame Vision, nach der alle Beteiligten handeln, kann unheimlich viel Motivation freisetzen. Grundvoraussetzung dafür ist jedoch der Glaube daran. Dazu gehört auch, dass das Management die Mitarbeiter in die Entwicklung der Vision einbezieht: Das beginnt bei inhaltlichen Themen, führt über die Unternehmenskultur und endet schließlich in der eigentlichen Formulierung dessen, wie das Unternehmen seine Vision sieht. Je transparenter der Prozess, desto mehr werden sich auch die Mitarbeiter damit identifizieren können, welchen Weg “ihr” Unternehmen nehmen wird – und welche Perspektiven dabei für sie ganz persönlich entstehen könnten. Es entsteht eine Sinnhaftigkeit hinter ihrer Tätigkeit, die wiederum die Bindung zum Unternehmen erhöht.

Die Vision als Orientierung gebender Fixstern

Auch wenn die Vision eher wie ein Fixstern zu betrachten ist denn als konkrete Zielvorgabe: Das Management sollte bei der Entwicklung einige fassbare Konstanten einfließen lassen, um realistisch zu bleiben und nicht Gefahr zu laufen, ins Blaue hinein zu fabulieren und am tatsächlichen Markt vorbei zu agieren. Wer sind die Kunden des Unternehmens und warum? Wie sind Markt und Wettbewerb aufgestellt? Welcher Umsatz soll mit welchem Ergebnis erreicht werden? Und vor allem wie? Steht die Vision und ist sie so unmissverständlich formuliert, dass alle sie gleich verstehen, lassen sich daraus alle notwendigen Maßnahmen und Ziele der nächsten Quartale und Jahre ableiten.