Wie Sie mehr Klarheit über Ihr eigenes Handeln erlangen

Wer bin ich? Oh, ich heiße …, bin … Jahre alt, mein beruflicher Hintergrund ist …,  mein Unternehmen beschäftigt sich mit … Sie werden diesen Lückentext spielerisch ergänzen können. Aber wer steht hinter dieser Aneinanderreihung von Offensichtlichkeiten? Was macht Sie aus? Eine regelmäßige Selbstreflexion kann Ihnen darüber Auskunft geben  – und Ihnen Erklärungen liefern, warum Sie so handeln wie Sie es tun. Warum Sie so aus der Haut gefahren sind, als Mitarbeiter XY letzens vor Ihnen stand. Oder warum die Absage des Kunden Sie über das Maß beschäftigt hat.

Kein einfaches Vorhaben

Jeder, der sich schon einmal ernsthaft und ehrlich mit sich selbst auseinander gesetzt hat, wird es unterschreiben können: Leicht ist es nicht. Es kann sogar richtig weh tun. Und (auch wenn es eine Phrase ist): Der Weg zur (Selbst-)Erkenntnis ist mehr ein Marathon über Stock und Stein denn eine Kurzstrecke. Statt Blasen an den Füßen und schmerzenden Muskeln hat eine bewusste Selbstreflexion andere Begleiterscheinungen: Sie werden unter Umständen feststellen, dass Ihr Leben gar nicht das ist, was Sie eigentlich führen wollen. Sie das, was Sie tuen, vielleicht gar nicht glücklich macht. Genauso aber auch, dass Sie viel mehr können und längst erreicht haben, als Sie sich selber zutrauen.

Bleiben Sie positiv

Erst die schlechten Seiten, dann die positive Randnotiz: In den letzten Zeilen habe ich die Regel Nummer 1 der Selbstreflexion gebrochen. Folgen Sie meinem Beispiel bitte nicht. Beginnen Sie damit, dass Sie sich vor Augen führen, welche Erfolge Sie erreicht haben. Tag für Tag. Fangen Sie nicht mit der Langstrecke an, sondern machen Sie bewusst einen Schritt nach dem Anderen: Messen Sie Ihre Erfolge nicht an dem Verständnis anderer. Sie sind in der Besprechung ruhig geblieben? Auch das ist Erfolg! Mittelfristig werden Sie auf diese Art eine Menge über sich selbst, Ihre Fähigkeiten und Potentiale lernen.

Bleiben Sie ehrlich

Sie wissen jetzt, was Sie können – aber ist es auch das, was Sie wollen? Psychologen übertreffen sich mit Fragen, die für eine Selbstreflexion essentiell sind. Schafft man eine gemeinsame Schnittmenge, könnte man diese auf einige Wenige reduzieren:

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Was sind meine Stärken?

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Was sind meine Ziele?

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Was habe ich erreicht?

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Was sind meine Bedürfnisse?

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Was ist mir wichtig?

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Wer will ich sein?

Nehmen Sie sich Zeit, um sich damit ernsthaft auseinander zu setzen. Seien Sie unbedingt ehrlich. Natürlich möchte sich niemand eingestehen, dass der Wege, den man gerade geht, nicht der ist, den man sich insgeheim erträumt. Oder dass man sich selbst jahrelang überhaupt nicht wahrgenommen hat. Sich etwas vorgemacht hat. Aber auch, dass man vielleicht ganz anders ist, als man sich selbst bisher gesehen hat – positiv wie negativ.

Analysieren und hinterfragen Sie Ihr Handeln

Versuchen Sie die neu gewonnene Objektivität, mit der Sie auf sich selbst schauen, für den nächsten Schritt zu nutzen. Konfrontieren Sie sich selbst mit Ihrem Handeln. Rufen Sie sich Situationen und Gegebenheiten in Erinnerung. Hinterfragen Sie selbstkritisch: Welche Emotionen haben Ihr Handeln begleitet? Was hat Sie getriggert, so oder so zu reagieren? Was haben Sie dabei gedacht? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Was wollen Sie anders machen?

Selbstreflexion bedeutet nicht nur, festzustellen, wer wir sind oder warum wir wie reagiert haben. Es ist auch der Ansatzpunkt, um etwas in Ihrem Verhalten gegenüber sich selbst und anderen zu verändern. Sie lernen Ihr Verhalten zu bewerten und einzuschätzen, bewusstes Agieren lässt Sie ruhiger werden, Sie reagieren besonnener. Und Sie werden noch mehr Einfühlungsvermögen für Ihren Gegenüber entwickeln können, in dem Sie hinterfragen und verstehen, was ihn zu dieser oder jenen Reaktion veranlasst hat.

Behalten Sie Puste

Um bei dem Sinnbild des Marathonlaufes zu bleiben: Sie werden Ihr Ziel nur dann erreichen können, wenn Sie Zeit in regelmäßiges Training investieren. Selbstreflexion beschreibt einen Prozess, der nie endet, sondern davon lebt, kontinuierlich wiederholt zu werden. Stellen Sie sich selbst, Ihre Gedanken und Ihr Handeln immer wieder auf den Prüfstand – damit Sie mehr Klarheit über Ihr Verhalten erlangen.